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DIe Welt extrem subjektiv betrachtet

Der Hauptlauf steht an – Der Berlin Marathon als Saisonhöhepunkt

Vor einigen Tagen habe ich eine E-Mail erhalten: "Startpass BMW Berlin-Marathon". Und damit wurde mir klar: Jetzt wird es ernst. In 2 Wochen findet mein persönlicher Saisonhöhepunkt statt - das Rennen, auf das ich die letzten Monate hingearbeitet habe. Berlin Marathon. Heimspiel.

Es wird mein 4. Mal in Berlin sein und mein 9. Marathon insgesamt. Und doch ist es "nur" der Abschluss eines bisher extrem erfolgreichen und ereignisreichen Laufjahres.

Auf sämtlichen Distanzen (5k, 10k, HM und Marathon) konnte ich in diesem Jahr meine Persönliche Bestzeit verbessern, was im Wesentlichen zwei Gründe hat: ein umfassenderes und ganzheitlicheres Training als früher und eine noch stärkere Fokussierung auf das Laufen als solches. Neben Beruf und Familie ist da das Laufen. Punkt. Sonst ist da nicht mehr viel an Beschäftigung (ich bin vielleicht noch ein exzessiver Leser, das ja). In ihrem Podcast "Wechselzone" haben es Adrian und Lukas einmal sehr treffend formuliert: "Wenn Du Triathlon machst, dann bleibt für sehr viel mehr eben keine Zeit mehr."

Und so ist das beim Laufen auch. Zumindest, wenn man es, wie ich, nicht nur als reine Freizeitbeschäftigung macht, sondern es als einen nicht unwesentlichen Teil des Lebens betrachtet, das selbiges sehr grundlegend verändern kann (dazu an anderer Stelle vielleicht einmal mehr...).

Aber ich schweife ab: Nun also läuft der Countdown. In weniger als zwei Wochen startet der Berlin Marathon und wenn ich mich auf den Hamburg Marathon im April schon sehr spezifisch vorbereitet hatte, lief es diesmal nochmal etwas durchdachter und konsequenter.

Neben Sprint- und Intervalleinheiten standen Crescendo-Läufe und Longruns mit einer bis zu 12k-Endbeschleunigung auf Marathon-Renntempo auf dem Plan und auch ein Test-Halbmarathon im angestrebten Renntempo gehörte dazu.

Nüchternläufe, Yassos, einen Cooper-Test und lange Läufe sehr früh am Morgen ergänzten diese Einheiten.

Und Krafttraining, Lauf-ABC, ausgiebiges Stretching, Spinning und Yoga sind inzwischen so selbstverständlich, dass ich sie eigentlich gar nicht mehr zusätzlich erwähnen möchte.

Der Kilometer-Umfang lag dabei zwischen 110 und etwas mehr als 160 Kilometern (Letzteres in der Spitzenwoche) und ich hatte dabei zwar durchaus mal das Gefühl, ans Limit zu gehen, nie aber, darüber hinaus zu schießen.

Selbst einen spontanen Testmarathon an einem Sonntagmorgen habe ich noch einlegen können, der deutlich unter 3 Stunden lag.

Und nun zum Ziel: Schon auf Instagram und Facebook habe ich ja großspurig erklärt #sub240 (also unter 2:40:00) laufen zu wollen. Das wären etwa 5 Sekunden schneller als meine derzeitige Bestzeit - pro Minute, würde also einen Schnitt von 3'47 / km ausmachen.

Es gibt ja immer wieder Diskussionen darüber, ob man solche Ziele veröffentlichen soll (sogar mit eigenem eigenen Hashtag). Macht man sich da nicht angreifbar? Setzt man sich damit nicht unter Druck?

Ich würde beide Fragen mit "Ja" beantworten: Natürlich macht man sich angreifbar. Denn wann immer man sich ein Ziel öffentlich vornimmt, ist immer auch die Möglichkeit des öffentlichen Scheiterns mit inbegriffen. Und wenn es stimmt, dass einem der Erfolg meistens recht gibt, so stimmt es natürlich auch, dass einem Misserfolg meistens Unrecht gibt oder zumindest Menschen auf dem Plan ruft, die einem beweisen möchten, was man alles falsch gemacht habe.

Man lernt dabei aber auch: So sehr man sich darüber freut, wenn sich Menschen über den eigenen Erfolg mitfreuen, so gleichgültig muss es einem sein, wenn Menschen sich am Misserfolg abarbeiten. Und das wiederum macht die Haut dicker, die man braucht, um mit dem drohenden oder tatsächlichen Scheitern umzugehen.

Ich selbst habe großen Respekt vor dem mir vorgenommenen Ziel, was die zweite Frage beantwortet: Natürlich setzt man sich unter Druck. Aber bei mir befördert Druck meistens die nötige Motivation und Leistung. "Just for fun" funktionierte bei mir noch nie so wirklich, weil mir dazu ein wesentlicher Aspekt fehlt: Herausforderung und Leidenschaft und etwas, worauf man hinarbeitet, eine Wegmarke.

Die Tatsache übrigens, dass ich den Weg zum Berlin Marathon in diesem Jahr nicht alleine gegangen bin, sondern mit meinem Freund und Trainer Andreas, hat die Reise nochmals spannender gemacht.

Jeden Sonntag habe ich es kaum erwarten können, bis ich endlich den Trainingsplan für die kommende Woche bekam und schon jetzt, wo die spezifische Phase abgeschlossen ist, empfinde ich so etwas wie Wehmut, dass das Projekt schon so bald abgeschlossen ist.

Glücklicherweise stehen die nächsten Projekte schon fest...

Nun also heißt es Nerven und Fitness bewahren und vor allem: gesund bleiben. Wenn ihr mich also in den nächsten Tagen etwas distanziert im persönlichen Umgang erlebt, oder wenn ich mitten im Gespräch plötzlich panisch weglaufe, weil irgendwo jemand nießen musste, seht es mir nach und nehmt es nicht persönlich. Meine größten Feinde bis zum 24. September sind Viren und Bakterien.

Wenn Ihr mich unterstützen wollt, freue ich mich über jeden gedrückten Daumen. Wenn Ihr mich tracken wollt, könnt Ihr das natürlich auch: Über Strava im Nachhinein und live über die Website des Berlin Marathons. Meine Startnummer ist die 35968.

Und jetzt ist tapern angesagt...

 

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