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DIe Welt extrem subjektiv betrachtet

Zurück zur Schnelligkeit – Der Weg zum Marathon-Highlight 2019

In der Arbeitswelt ist der August meistens ein eher ruhiger Monat. Die Schüler*innen haben noch Ferien oder sind gerade dabei, ins neue Schuljahr zu finden. Viele Menschen sind noch im Urlaub, kommen zur Ruhe, schalten ab, ziehen sich zurück und leben in den Tag hinein.

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Für Läufer*innen sieht die Welt bekanntermaßen oft ein bisschen anders aus – auch was die Jahresphasen angeht. Wenn der Herbstmarathon ansteht, der oft das Jahreshighlight oder zumindest einen Höhepunkt der zweiten Jahreshälfte und den Saisonabschluss darstellt, dann ist der August einer der härtesten Monate überhaupt – und damit irgendwie auch einer der schönsten, weil intensivsten.

Und so ist das im Moment auch bei mir: Am 29. September findet der Berlin Marathon statt und nach dem 100k-Debüt ist das der zweite absolut zentrale Wettbewerb dieses Jahres für mich.

Nach dem WHEW 100 in Wuppertal im Mai war ich mir nicht sicher, wie schnell und wie gut ich mich würde wieder umstellen können auf die 42er-Distanz. Eine wichtige Komponente dabei war, dass ich mir ein klares und ambitioniertes Ziel stecken musste. Alles auf eine Karte: Diesmal muss die 2:40 fallen.

Das mag sich vielleicht für den einen oder die andere etwas verbissen anhören, aber ich brauche eine solche Marke für den Fokus und so macht es mir am meisten Spaß, schafft am besten Motivation und Verbindlichkeit. Wenn die Distanz nicht mehr die Herausforderung ist, dann ist es die Zeit – zumindest bei einem (Straßen-) Marathon.

Als ich dann gemerkt hatte, wie gut und schnell (innerhalb von etwa zwei Wochen) ich mich nach dem Abenteuer in Wuppertal erholt hatte, kam tatsächlich auch die Lust zurück, mich ganz auf die 42,195 km zu konzentrieren.

Es ging vor allem darum, den Körper und den Kopf wieder auf Geschwindigkeit umzuschalten. Kürzere, sehr schnelle Intervalle halfen dabei. Die Beine – vor allem die schnellen Muskeln – mussten wieder mit Impulsen gereizt werden und nahmen diese gut auf.

Etwa drei Wochen nach dem WHEW konnten wir wieder mit dem richtigen Training starten und die Grundlagen für September aufbauen. Ich hatte mich bewusst gegen den Brüder-Grimm-Lauf und alle anderen größeren Wettbewerbe entschieden, um mich die komplette Zeit uneingeschränkt auf Berlin zu konzentrieren.

Was besonders half war ein sehr abwechslungsreiches Training: kurze Sprints, längere Intervalle, die ersten Longruns mit schnelleren und langsameren Phasen, lockere und ambitioniertere Fahrtspiele, Hügelläufe und explosives Krafttraining. Und schließlich war ich wieder im Marathon-Modus.

Die langen Läufe fallen mir naturgemäß nochmal etwas leichter als noch im letzten Jahr und einer der größten Vorteile aus dem Ultra-Training ist die mentale Stärke, die man daraus bezieht und die man auch über die kürzeren Distanzen sehr gut gebrauchen kann. Vor allem die Fähigkeit, Schmerz auszuhalten, spielt dann eine vielleicht entscheidende Rolle für mich, wenn es darum geht, auf den letzten fünf bis sechs Kilometern (meine persönliche Marathon-Achillesferse) durch- und die Geschwindigkeit trotz brennender Beine aufrecht zu halten.

Schon im letzten Jahr, als ich den Entschluss gefasst hatte, die 100 Kilometer anzugehen, war mir klar, dass ich irgendwann das berüchtigte „Plateau“ über die Marathon-Distanz erreichen und dass es langsam Zeit würde, neue Wege zu gehen. Ob dieses Plateau schon 2019 erreicht sein wird, wird sich zeigen. Ich will jedenfalls nochmal alles geben und herausholen, was da ist: Now or never (?).

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