LilaBlog

DIe Welt extrem subjektiv betrachtet

Für das Tanzverbot (-update)

In einer Welt, in der sich Arbeiszeiten ändern und 9 to 5 wie ein Relikt aus ferner Zeit anmutet, ist - gerade von jüngeren Arbeitnehmern immer mehr Felxibilität gefragt. Ich kenne wenige, die am Sonntag ihre Mails nicht checken oder mal eine Sonderschicht einlegen, um Dinge abzuarbeiten, die in den Tagen davor liegen geblieben sind. Auch mal eine Session spät am Abend kann durchaus produktiver sein, als die klassische Bürozeit. Die individuellen Energien und kreativen Prozesse kennen selten die Stechuhr. Das ist gut, weil 9 to 5 immer etwas an behördliches Denken erinnert und dieses der Killer jeglicher produktiver Leidenschaft ist. Es passt nicht mehr - schon gar nicht in die digitale Welt des ständigen Austauschs und der Kommunikation. Und mitten in dieser Welt findet derzeit, wie mehrmals und immer wieder im Jahr, die Diskussion um das "Tanzverbot" statt. Und man muss zugeben: Wer auch am Wochenende, spät Abends oder früh am Morgen, zu Hause oder unterwegs ganz selbstverständlich arbeitet, dem kann man nur schwer klarmachen, dass es Regeln dafür gibt, wann er fröhlich zu sein, wann er in seiner Freizeit zu feiern und wann er zu Hause zu sitzen hat. Eigentlich wäre der Kompromiss doch so einfach. Da bräuchte es keine Demos der Partypeople und keine höchst fragwürdigen Kampagnen der Kirchen. Stille Feiertage brauchen eine Sonderstellung gegenüber den anderen Feiertagen, weil sie mit unserer christlichen Kultur zusammenhängen und eine ganz besodere Bedeutung haben. Das ist so und das ist auch richtig so. Aber warum muss ein Tanzverbot ab 0.00 Uhr und somit am gefühlten Vorabend gelten? Warum nicht erst am Morgen selbst, z.B. ab 4.00 Uhr? Denn so, wie die Regelung jetzt ist, gelten für einen stillen Tag quasi ZWEI Abende als "still". Ein Abend ist eben nicht um 0.00 Uhr zu Ende und der Tag beginnt auch nicht um diese Uhrzeit - zumindest nicht im Gefühl der meisten Menschen. Auch bei der Feiertagsregelung darf man sich die Frage stellen, ob Gesetze nicht hinterfragt werden müssen, wenn die Lebensrealität so eklatant anders aussieht. Und was haben wir davon, wenn alles, was junge Menschen über den Karfreitag zu sagen haben, das "spießige Tanzverbot" ist? Das fördert weder das christliche Selstverständnis noch die Allgemeinbildung? Hand auf Herz: "Wer verabschiedet sich nach einen gemütlichen Sonntagabend mit Freunden nach Mitternacht nicht mit Sätzen wie: "So , dann lasst uns mal langsam aufbrechen, wir müssen morgen schließlich alle wieder früh raus"? Morgen, nicht: heute. Am Tagen wie dem Karfreitag wird nicht getanzt. Das sollte man, das muss man aushalten. Ohne Gemecker und ohne gleich auf die Straße zu rennen. Aber am Vorabend, der gedanklich und praktisch nicht mitten in der Nacht aufhört, führt die Beibehaltung lediglich zu Unverständnis und zu einer Abwehrhaltung, die sicher keinen Menschen zusätzlich in die Kirchen bringt. Und um am Ende nochmal christlich-philospophisch zu werden: Eigentlich darf man sich auch am Vorabend des Karfreitags so richtig freuen: Denn da wir den Ausgang der Geschichte schließlich schon seit mehr als zweitausend Jahren kennen, wissen wir, dass in wenigen Tagen das Leben über den Tod siegt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist... tl; dr Das Tanzverbot ist grundsätzlich richtig. Sollte aber angepasst werden.

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