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DIe Welt extrem subjektiv betrachtet

Lesetipp: „Das Mädchen, das den Himmel berührte“

Bei Büchern, die fast 1000 Seiten umfassen, geht man ja immer ein gewisses Wagnis ein. Man begibt sich gewissermaßen auf eine lange Reise. Und so, wie man eine solche Reise nur sehr ungern abbricht, so legt man auch ein langes Buch nicht so ohne Weiteres weg - auch wenn es einem vielleicht nicht so gefällt. Die moralische Frage übrigens, ob und wann man ein Buch tatsächlich abbrechen und in die Ecke werfen darf - oder vielleicht sogar sollte - wäre ein Thema für einen eigenen Beitrag. Bei Luca Di Fulvios "Das Mädchen, das den Himmel berührte" braucht man sich diese Frage aber ohnehin nie stellen. Denn für 970 Seiten wird man als Leser ins Venedig des 16. Jahrhunderts entführt und fühlt sich dort doch nie alleine gelassen.

DiFulvio

Und man merkt auf jeder einzelnen Seite, wie wertvoll und wohltuend es ist, wenn ein Autor versteht, eine Geschichte wirklich zu erzählen. Die zentrale, große Geschichte steckt dabei voll kleinerer Geschichten, die Hauptfiguren Mercurio und Giuditta sind umgeben von unterschiedlichsten Charakteren, die aber doch alle sehr direkt mit den Protagonisten und deren Schicksal verbunden sind.

Dabei erinnern die vielen Szenenwechsel an Schnitte in einem Film und auf völlig unaufdringliche Weise - die weit weg ist von manchmal etwas kitschigen Darstellungen in historischen Romanen unserer Zeit - wird einem die Stimmung der Lagunenstadt mit ihren sonderbaren Charakteren und deren Motiven und Handlungsweisen vermittelt.

Alle Handlungsstränge in diesem Buch beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen menschlichen Eigenschaften und sind doch alle wieder miteinander verwoben und ergeben somit ein Ganzes, eine Geschichte. Hass, (religiöser) Fanatismus, Rachelust, Machtgier, Witz, Gerissenheit, Angst, Sehnsucht und vor allem Liebe sind die Ingredienzen dieser Geschichte über zwei junge mutige Menschen, die versuchen, politische, gesellschaftliche und religiöse Hürden zu überwinden, um eine gemeinsame Reise in eine ungewisse Zukunft anzutreten.

Eine echte Leseempfehlung!  Luca Di Fulvio - Das Mädchen, das den Himmel berührte

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