LilaBlog

DIe Welt extrem subjektiv betrachtet

Die RoadToHH17 – Hamburg, der erste Marathon nach einer umfänglichen Trainingsumstellung

  IMG_20170421_100620_277.jpgHamburg 2016. Marathon. Ich fühlte mich gut, habe mich tapfer durch das kalte Wintertraining gequält und bin Mitte Januar komplett vom Laufband auf die Straße. Und es war nun wirklich nicht mein erster, sollte aber vielleicht mein bester Marathon sein...

Ich habe Kilometer gesammelt, bin oft 2 mal am Tag gelaufen und das bei dem mir so verhassten Schnee und dem Eis auf Berlins Straßen.

Dann war es soweit. Raceday im hohen Norden. Und es war eine Katastrophe. Noch nie musste ich bei einem Wettbewerb zuvor Gehpausen einlegen. In Hamburg passierte es. Noch nie bin ich nach 2/3 einer Strecke komplett eingebrochen. In Hamburg passierte es. Noch nie musste ich froh sein, überhaupt noch in Bewegung bleiben zu können, anstatt das Rennen einfach abzubrechen. In Hamburg passierte es.

Ich war so frustriert, dass man mir das am Ende noch mehrere Stunden danach ansah, mich manche sogar darauf ansprachen.

Und heute bin ich dankbar dafür und froh, dass es passiert ist. Auch diese Niederlage hatte, wie so viele andere auch im Leben, ihren Sinn. Denn wäre es zwar nicht optimal, aber doch so einigermaßen gelaufen, hätte ich an der einen oder anderen Trainingsstellschraube gedreht und hier und da mal etwas umgestellt.

Weil das Projekt Hamburg 2016 aber einfach komplett daneben ging, musste ich auch etwas komplett verändern.

Das erste, das ich änderte, war die Glorifizierung des Wochen- und Monatsumfangs meiner gelaufenen Kilometer. Ich sammelte die 1000er nicht mehr wie Goldstücke, sondern gab mich auch mit einer kleineren Schatzkiste zufrieden.

Das nächste war die teilweise Verlagerung des Trainings auf die Bahn. Schnelle Einheiten weniger auf Straße, sondern konzentrierter im Stadion war die Devise.

Und schließlich, ein nicht unwesentlicher Aspekt meiner Laufgeschichte, lernte ich nicht allzu lange nach dem Hamburger Desaster Andreas kennen - der nicht nur zum Trainer, sondern zum Freund wurde.

Als Sportler hört man auf seinen Trainer und als Mensch hört man auf seine Freunde (zumindest auf die wichtigsten). Also musste ich doppelt folgen.

Aus einem mehr oder weniger reinen Lauftraining mit wenigen - viel zu wenigen und nur sehr sporadischen - Krafteinheiten wurde ein umfängliches Körper-, Athletik- und Ausdauertraining mit unzähligen Komponenten, die ich zuvor, frei nach Emil Zatopek, als zu zeitraubend abgelehnt hatte.

Dass die Umstellung und dieser neue Kurs richtig waren, zeigte sich bald: Beim Berlin Marathon lief ich eine neue Persönliche Bestzeit, wenngleich ich das Ziel, unter 2:45:00 zu laufen, um 7 Sekunden verpasste. Von diesem Tag an war aber klar, dass es so weiter gehen müsse und die Richtung stimmte.

Lauf-ABC, Krafttraining, Ausdauer jenseits des Laufens, neue Formen des Bahntrainings, Bergsprints, Treppentraining, Athletiktraining, Yoga... Das alles gehört inzwischen zu meinem und unserem festen Trainingsplan, und besonders seit Beginn dieses Jahres haben wir dies alles nochmal gehörig forciert.

Und somit kann ich am Ende der #roadtohh17 sagen: Die Vorbereitung für Hamburg 2017 ist mit der von Hamburg 2016 nicht im Geringsten zu vergleichen.

Ob es mir gelingen wird, diesmal das Ziel unter den magischen 2:45:00 zu erreichen, weiß ich nicht und werde es in einem Update zu diesem Artikel nachreichen. Bei einem Marathon kann man nie wissen, wie es läuft - er ist absolut unberechenbar.

Aber egal wie und wann ich am Sonntag die Ziellinie überquere: Die bisherige Bilanz des Laufjahres (Gewinn Plänterwaldlauf, 2. Platz Airport Night Run und bereits in der Frühsaison neue PBs über 10.000m und Halbmarathon) zeigt, dass ich vieles richtiger mache als die Jahre zuvor. Und nie habe ich mich gesünder, fitter und besser gefühlt.

Weiter geht's!

UPDATE: Das Rennen ist gelaufen und es lief richtig gut. Ich konnte meine PB verbessern und... ach: Lest selbst!

, , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.